Programm

Montag, 03.03.2008

Mo03.03.15:30
Religion und Weltanschauung
  • PD Dr. Susanne Talabardon, Institut für Religionswissenschaften, Universität Potsdam

Luther und die Juden - Missionseifer und Antijudaismus in der deutschen Reformation

"Denn unsere narren die Bepste, Bischoff, Sophisten und Munche, die groben esels kopffe, haben bis her also mit den Juden gefaren, das, wer eyn gutter Christ were gewesen, hette wol mocht eyn Jude werden." - So schreibt Luther im Jahre 1523, als er sich gegen den Vorwurf verteidigt, Jesus auf seine jüdische Abstammung reduziert zu haben. In einigen seiner späten Schriften hingegen empfiehlt der Reformator, die Synagogen niederzubrennen und deren Überreste mit Erde zu bedecken - ein gefundenes Fressen für die deutschen Nationalsozialisten. Hat sich Luther vom Freund des jüdischen Volkes zu dessen Feind gewandelt? Sind die Kirchen der Reformation als Wegbereiter des Antisemitismus anzusehen? Für den souveränen und verantwortlichen Umgang mit den eigenen (nationalen oder religiösen) Traditionen ist es wichtig, sich auch mit deren schwierigen Seiten zu befassen.

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