Programm
Dienstag, 09.02.2010
Di09.02.19:30bisFr19.03.21:00
Fotoausstellung / Urania Berlinale Special
- Ausstellung
Gesichter der DEFA
Für viele in Deutschland waren und sind sie Ikonen, die Gesichter der DEFA. Die Berliner Fotografin Sandra Bergemann hat in den vergangenen Jahren Charaktere des DEFA-Films porträtiert und präsentiert mit jungem künstlerischem Blick Menschen, die heute wie damals einen festen Platz im deutschen Film und im Fernsehen haben - ein Blick auf die deutsche Filmgeschichte, künstlerisch, dokumentarisch, enzyklopädisch und eindrücklich zugleich. Zu erleben sind u.a. Armin Mueller-Stahl, Katrin Sass, Uwe Kockisch und Angelica Domröse. Kuratorische Mitarbeit: Sherin Najjar, Frank Müller.
Am 09.02. wird die Ausstellung in Anwesenheit der Fotografin und einiger der Porträtierten eröffnet. Die Eröffnungsansprache hält der Vorsitzende der DEFA-Stiftung Helmut Morsbach.
Abbildung: Angelica Domröse
INTERVIEW MIT DER AUSSTELLUNGSMACHERIN SANDRA BERGEMANN
Anlässlich der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt die Urania die Fotoausstellung „Gesichter der DEFA“ vom 09.02. bis 19.03.2010. Fotografin und Ausstellungsmacherin Sandra Bergemann gibt einen ersten Einblick in das beeindruckende Projekt.
Urania: Frau Bergemann, wie kam es zur Idee der Aufnahmen und der Ausstellung „Gesichter der DEFA“?
2002 hatte ich eine Reportage über die Schauspielerin Helga Göring gesehen und fragte mich, wo die ganzen Schauspieler aus dem Osten sind, denn zu dem Zeitpunkt waren nur wenige in Film und Fernsehen zu sehen. In Stralsund hatten wir das berühmte Funkloch, so dass ich als Kind nur sehr selten „West-Fernsehen“ zu sehen bekam und mir eben jenes Fehlen der mir bekannten Gesichter auffiel. Von dieser Frage ausgehend entwickelte ich das Konzept zu diesem Projekt.
Welche Themen bestimmten die Filme der DEFA?
Die Welt der DEFA war keine Glamourwelt, wie man es von Hollywood her kennt. Sie hatte auch ihre „Stars“, aber das aus der Bekanntheit und der Qualität vieler Filme heraus. Nicht weil ein Management hinter ihnen stand, um sie mit gezielten Medienaktionen zu pushen wie heute. Außerdem waren die Inhalte der DEFA-Filme sehr oft im normalen Alltag angesiedelt. Es gab zwar auch Science-Fiction und die bekannten Märchenfilme, aber die wichtigsten Filme spielten im Alltag der DDR oder handeln von der Bewältigung des Kriegstraumas.
Wie haben Sie sich den Persönlichkeiten fotografisch angenähert?
Aufgrund der Historie der DEFA habe ich die Porträts authentisch fotografiert. Ich wollte zumindest
versuchen die Person hinter der Schauspielermaske zu zeigen. Es war mir wichtig, diesen Teil der deutschen Filmgeschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, da es doch ein Teil der Geschichte der Menschen ist, die damals in der DDR gelebt haben. Die DEFA gehört doch zu ihrer Geschichte wie der Muckefuck. Da spielt doch gelebtes Leben mit rein, nicht nur dass der Protagonisten sondern auch das des Publikums, der Ausstellungsbesucher aus Ost oder West. Ich denke, die Ausstellung trägt ihren Teil dazu bei, von der Zeit damals und der Entwicklung bis heute zu erzählen, gerade weil die meisten der Schauspieler in dem Buch auch heute ihre Spuren auf der Leinwand oder im Fernsehen hinterlassen.
Welche Situation hat Sie bei der Durchführung der Aufnahmen besonders beeindruckt?
Es gab viele tolle Begegnungen. Etwa diese: Eva-Maria Hagen fotografierte ich am Gendarmenmarkt,
sie erzählte wie sie nach dem Krieg dort lebte. Sie ging zu Brecht ins Theater arbeiten und nachts versuchte sie einen sicheren Schlafplatz in den Ruinen zu finden. Spannend, ungefähr sechzig Jahre später am selben Platz zu stehen und diese Geschichte zu hören, wahre Geschichte.
Das Interview führte Ulrich Weigand, Urania
Mehr Informationen unter www.gesichter-der-defa.de und www.sandra-bergemann.de
Mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung
Am 09.02. wird die Ausstellung in Anwesenheit der Fotografin und einiger der Porträtierten eröffnet. Die Eröffnungsansprache hält der Vorsitzende der DEFA-Stiftung Helmut Morsbach.
Abbildung: Angelica Domröse
INTERVIEW MIT DER AUSSTELLUNGSMACHERIN SANDRA BERGEMANN
Anlässlich der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin zeigt die Urania die Fotoausstellung „Gesichter der DEFA“ vom 09.02. bis 19.03.2010. Fotografin und Ausstellungsmacherin Sandra Bergemann gibt einen ersten Einblick in das beeindruckende Projekt.
Urania: Frau Bergemann, wie kam es zur Idee der Aufnahmen und der Ausstellung „Gesichter der DEFA“?
2002 hatte ich eine Reportage über die Schauspielerin Helga Göring gesehen und fragte mich, wo die ganzen Schauspieler aus dem Osten sind, denn zu dem Zeitpunkt waren nur wenige in Film und Fernsehen zu sehen. In Stralsund hatten wir das berühmte Funkloch, so dass ich als Kind nur sehr selten „West-Fernsehen“ zu sehen bekam und mir eben jenes Fehlen der mir bekannten Gesichter auffiel. Von dieser Frage ausgehend entwickelte ich das Konzept zu diesem Projekt.
Welche Themen bestimmten die Filme der DEFA?
Die Welt der DEFA war keine Glamourwelt, wie man es von Hollywood her kennt. Sie hatte auch ihre „Stars“, aber das aus der Bekanntheit und der Qualität vieler Filme heraus. Nicht weil ein Management hinter ihnen stand, um sie mit gezielten Medienaktionen zu pushen wie heute. Außerdem waren die Inhalte der DEFA-Filme sehr oft im normalen Alltag angesiedelt. Es gab zwar auch Science-Fiction und die bekannten Märchenfilme, aber die wichtigsten Filme spielten im Alltag der DDR oder handeln von der Bewältigung des Kriegstraumas.
Wie haben Sie sich den Persönlichkeiten fotografisch angenähert?
Aufgrund der Historie der DEFA habe ich die Porträts authentisch fotografiert. Ich wollte zumindest
versuchen die Person hinter der Schauspielermaske zu zeigen. Es war mir wichtig, diesen Teil der deutschen Filmgeschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, da es doch ein Teil der Geschichte der Menschen ist, die damals in der DDR gelebt haben. Die DEFA gehört doch zu ihrer Geschichte wie der Muckefuck. Da spielt doch gelebtes Leben mit rein, nicht nur dass der Protagonisten sondern auch das des Publikums, der Ausstellungsbesucher aus Ost oder West. Ich denke, die Ausstellung trägt ihren Teil dazu bei, von der Zeit damals und der Entwicklung bis heute zu erzählen, gerade weil die meisten der Schauspieler in dem Buch auch heute ihre Spuren auf der Leinwand oder im Fernsehen hinterlassen.
Welche Situation hat Sie bei der Durchführung der Aufnahmen besonders beeindruckt?
Es gab viele tolle Begegnungen. Etwa diese: Eva-Maria Hagen fotografierte ich am Gendarmenmarkt,
sie erzählte wie sie nach dem Krieg dort lebte. Sie ging zu Brecht ins Theater arbeiten und nachts versuchte sie einen sicheren Schlafplatz in den Ruinen zu finden. Spannend, ungefähr sechzig Jahre später am selben Platz zu stehen und diese Geschichte zu hören, wahre Geschichte.
Das Interview führte Ulrich Weigand, Urania
Mehr Informationen unter www.gesichter-der-defa.de und www.sandra-bergemann.de
Mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung












