AUFBRUCH

Urania Fokus 2021/22

Die Saison 2021/2022 in der Urania Berlin steht im Zeichen des Aufbruchs: Das zurückliegende Jahr war für viele Menschen eine herausfordernde Zeit. Noch können wir sie nicht ganz hinter uns lassen, aber die Urania bricht schon mal auf und schaut nach vorn: Das Programm der Saison 2021/2022 ist ein gedanklicher Neubeginn und ein Aufbruch zu neuen Erkenntnissen.

Am 3. November um 19:30 widmet sich die Urania dem ganz konkreten Aufbruch einer Region: Von Tegel bis Tesla – Die großen Entwicklungsvorhaben in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. In Zusammenarbeit mit der Architektenkammer Berlin und Der Tagesspiegel erkunden wir die geplanten baulichen und strukturellen Großvorhaben in Berlin und darüber hinaus. Welche Chancen bieten sich für die Zukunft von Orten wie der Siemensstadt oder dem ehemaligen Flughafen Tegel? Wie wollen wir uns hier in Zukunft fortbewegen, wie wollen wir arbeiten und vor allem: wie wollen wir leben?

Ins Offene gehen und etwas wagen – das werden auch die Teilnehmer:innen der 2. Halbfinalrunde des Klima Slam am 4. November um 19:30. Berliner Bürger:innen stellen in dieser unangepassten Bühnenshow ihre Projekte, Ideen und Initiativen kreativ, spontan und kurzweilig vor. Rund um die Themen Klima, Umwelt und Gesellschaft lassen sich gereimte Projekte, gesungene Lifehacks und getanzte Kiez-Initiativen erleben. Wer am stärksten überzeugt und in das Finale am 19. November um 19:30 einzieht, entscheiden Sie mit Ihrem Applaus!

Zurück in die Zukunft: Das Gefühl eines Aufbruchs gab es in vielen historischen Epochen. Diese Zeiten eint ein allgemeines Gefühl der Notwendigkeit einer Erneuerung: Neue Ideen, neue Methoden und endlich neue Denkansätze. Die weltberühmte Hufeisensiedlung in Berlin-Britz kann nicht selbst von ihrer bewegten Entstehungsgeschichte erzählen. Oder berichten von den hier realisierten einst revolutionären Vorstellungen von Alltag, Familienleben und Wohnraum. Das kann Ulrike Eichhorn dafür umso besser: Die Architektin lädt am 11. November um 17:30 wieder zum Architektursalon: Berliner Moderne – Wie die Architektenbrüder Taut die Hauptstadt prägten.

Neue Ideen zu entwickeln und große Schritte in die Zukunft zu gehen, kann ziemlich anstrengend sein. Hin und wieder eine Pause einzulegen und eine kulinarische Stärkung zu sich zu nehmen, ist sowieso immer eine gute Idee: Am 11. November um 19:30 haben Sie in der Urania die perfekte Gelegenheit dazu: Hagen Hoppenstedt, Department Head of Beverage KaDeWe, ist der ideale Gastgeber, um sich der Vielfalt der Berliner Ess- und Hotelkultur zu widmen. Sein vierter Salonabend steht ganz im Zeichen der Michelin-Sterne über Berlin. Beim anschließenden Get-together mit den Weinen der anwesenden Winzer:innen lässt sich der Aufbruch hervorragend noch etwas hinauszögern.

Einen Neustart und vor allem eine neue Richtung fordern viele afrikanische Länder schon seit 50 Jahren, wenn es um die ausgestellte Kunst in europäischen Museen geht. Große Teile namhafter Sammlungen sind während der Kolonialzeit massenweise aus Afrika nach Europa gebracht worden. Die Expertin und Professorin für Kunstgeschichte Prof. Dr. Bénédicte Savoy erzählt am 12. November um 19:30 von einem erbitterten Kampf um Kunst und Herkunft und von der Geschichte einer postkolonialen Niederlage.

Es gibt keinen Aufbruch ohne Ende, keinen Tag ohne Nacht und kein Leben ohne Tod. Das sind nicht nur philosophische Überlegungen; Eric Wrede erfährt das täglich in seiner Arbeit als Bestatter und Trauerbegleiter. In seiner Reihe The End – Der Abend auf Leben und Tod scheut er auch die schwierigen Fragen von Trauer, Tod und Leid nicht, sondern nähert sich ihnen, wie man sich diesen Themen nur nähern kann: fragend und empathisch. Zu Gast bei ihm am 24.11. um 19:30 ist Mattea Weihe. Sie arbeitet seit 2020 für den Verein Sea-Watch, der Rettungseinsätze für in Seenot geratene Geflüchtete auf dem Mittelmeer koordiniert und durchführt.  

Die jüngere deutsche Geschichte, nicht zuletzt der Deutsche Herbst, war gekennzeichnet vom brutalen Aufeinanderprallen unterschiedlicher Weltbilder. Den 03.12. um 19:30 widmen wir einem Schlüsseljahr: 1977 und die Gesellschaft der Singularitäten. Die Professoren Philipp Sarasin und Andreas Reckwitz liefern mit ihren Büchern die beiden Pole dieses spannungsreichen Abends. Sarasin porträtiert 1977 als Jahr des gewalttätigen Umbruchs, aber auch als Keimzelle eines verheißungsvollen Aufbruchs. Reckwitz wiederum macht in diesem Aufbruch auch den Beginn eines bröckelnden gemeinsamen Allgemeinen aus.

Das und zahlreiches mehr erwartet Sie in der Urania in der Saison 2021/2022. Brechen Sie also auf und kommen Sie vorbei. Wir wissen, dass aus einem Geistesblitz tatkräftige Motivation geschöpft werden kann. Wissenschaftliche Erkenntnisse, bahnbrechende Innovationen und politische und gesellschaftliche Umbrüche haben seit jeher für die Entstehung neuer Perspektiven gesorgt. Wer wüsste das besser als die Besucher:innen der Urania: Seit über 130 Jahren überschreiten wir Grenzen und denken Dinge neu: 2021/2022 wollen wir etwas wagen, etwas versuchen, etwas ausprobieren, Neues lernen und neugierig bleiben.