Die Krise als Chance?

Corona und die Entschleunigung

Kunst, Kultur und Spiritualität - Podiumsdiskussion
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Mi, 14.10.2020, 19:30
14.10.2020 - 19:30
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Dr. Manfred Osten, Prof. Dr. Hartmut Rosa

Beschreibung

Bereits 2005 hatte der renommierte Soziologe Hartmut Rosa („Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstruktur der Moderne“) auf das verstörende Paradoxon hingewiesen, dass wir keine Zeit haben, obwohl wir sie im Überfluss gewinnen. Ein Widerspruch, den schon Goethe 1825 mit der Wortschöpfung des „Veloziferischen“ (Manfred Osten: „Alles Veloziferisch oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit“) dingfest gemacht hat: die Verschränkung des Segens der Beschleunigung (velocitas) mit Luzifer, dem Teufel. Mit dem Ergebnis: „Alles ist jetzt Ultra... Niemand kennt sich mehr.“

Könnte die durch die Corona- Krise erzwungene Entschleunigung verstanden werden als historische Chance eines Selbstfindungs- Prozesses des Menschen und der Befreiung von einem Zeitregime, das ihn „rigoros reguliert, beherrscht und unterdrückt“ (Rosa)? Kann sich unsere Gesellschaft nur noch durch Steigerung und Dynamisierung ihrer Strukturen erhalten? Oder könnte die Krise verstanden werden als Einladung zu neuen Formen von Solidarität und Zugewandtheit im „Resonanz-Modus“ (Rosa) von Zuhören und Wahrnehmen ohne Optimierungszwang? Fragen, denen im Gespräch Hartmut Rosas mit dem Autor und Kulturwissenschaftler Manfred Osten nachgegangen werden soll.

Prof. Dr. Hartmut Rosa, Institut für Soziologie, Universität Jena

Dr. Manfred Osten, Autor und Kulturwissenschaftler, ehem. Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Bonn

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