A Foreign Affair (USA 1948 - OmU)
Von Berlin nach Hollywood
Von Berlin nach Hollywood: Knut Elstermann und Volker Schlöndorff zum Auftakt der Filmreihe über jüdische Filmschaffende im Exil.
Knut Elstermann und Volker Schlöndorff
Di, 17.03.2026 | 19:30 Uhr
TicketsViele jüdische Filmschaffende wurden von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben. Sie prägten die Berliner Kultur der Weimarer Republik und gestalteten nach ihrer Ankunft in den USA die aufblühende Filmindustrie in Hollywood entscheidend mit. Anlässlich des 120. Geburtstags von Billy Wilder rückt die Filmreihe „Von Berlin nach Hollywood“ diese jüdischen Filmschaffenden ins Zentrum, macht die Kontinuitäten ihres Schaffens zwischen Berlin und Hollywood sichtbar und unterstreicht ihren Platz in der Filmgeschichte. Die Filmauswahl spiegelt sowohl individuelle Lebenswege als auch kollektive Erfahrungen von Flucht, Exil und kultureller Neuverortung.
Zum Auftakt der Filmreihe zeigt die Urania Billy Wilders berühmte Liebeskomödie „A foreign Affair“ von 1948 mit Marlene Dietrich in einer Hauptrolle (im Originalton mit deutschen Untertiteln). Eine US-Kongressabgeordnete untersucht im Berlin die Moral der amerikanischen Besatzungstruppen und gerät dabei in ein Liebesdreieck mit einem Offizier und einer deutschen Nachtclub-Sängerin. Wilders Film ist ein absoluter Klassiker der Komödie und politischen Satire, der dennoch ein realistisches Bild vom zerstörten Berlin der Nachkriegszeit zeigt. Im Anschluss sprechen Knut Elstermann und Volker Schlöndorff über das Leben und Schaffen des 1926 von Wien nach Berlin übergesiedelten österreichischen Meisterregisseurs.

Volker Schlöndorff ist als Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent vor allem für seine Verfilmungen deutscher und internationaler Literaturklassiker bekannt. 1939 in Wiesbaden geboren, verbrachte Schlöndorff einen Großteil seiner Jugend in Paris, wo er seinen Weg zum Film begann. Er erhielt vielfache Auszeichnungen, so für seine aufwändige Günter-Grass-Verfilmung „Die Blechtrommel“ (1979) in Cannes die Goldene Palme und einen Oscar als Bester ausländischer Film. Schlöndorffs umfassendes Werk reicht vom Genre- bis zum Dokumentarfilm und setzt sich immer wieder auch mit politischen Themen auseinander. 1992 realisierte Schlöndorff die sechsteilige TV-Dokumentation „Billy, How Did You Do It?“ über den legendären Filmemacher Billy Wilder, mit dem ihn eine Freundschaft verband.

Knut Elstermann ist als profilierter Filmkritiker und Moderator besonders durch seine Sendungen beim RBB als „Kino King Knut“ und beim MDR bekannt. Sein Fokus liegt auf der deutschen Filmgeschichte (insbesondere DEFA), internationalen Filmfestivals und persönlichen Interviews. Daneben befasst er sich als Autor mit der Geschichte des Kinos in Russland, Israel und der DDR sowie mit zeitgeschichtlichen Themen. So beschreibt er in seinem Buch „Gerdas Schweigen“ das Leben der Gerda Schrage, die von den Nationalsozialisten ins KZ Auschwitz deportiert wurde. Das Buch wurde 2008 von Britta Wauer in einer mehrfach ausgezeichneten Dokumentation verfilmt.
Die weiteren Termine der Filmreihe:
24. März, 18:00 Uhr » Ninotschka« von 1939 (OmU), Neue Synagoge Berlin
14. April, 19.30 Uhr »To Be or Not to Be« von 1942, (OmU), Urania Berlin
23. April, 18:00 Uhr »Das siebte Kreuz«, Neue Synagoge Berlin
28. April, 19:30 Uhr »Menschen im Hotel«, Urania Berlin
10. Mai, 18:00 Uhr »Hotel Berlin«, im „filmkunst66“ (Bleibtreustraße 12) im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg
Eine Zusammenarbeit mit der Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum und dem Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg
Eintritt frei: Tickets online buchbar