Führer und Verführer (DE/SK 2024)
Film und Workshop für Schulklassen
Wie wirkt Propaganda? Und wie erkennen wir sie heute? Film und Diskussion für Schulklassen ab Klassenstufe 9.
Antje Bernhardt und Andrea Genest
Fr, 26.06.2026 | 09:30 Uhr
Kostenfreie Tickets für Schulklassen: anmeldung@urania-berlin.de
Ende der Veranstaltung gegen 12:30 Uhr
„Führer und Verführer“ zeigt, wie die NS-Propaganda Millionen Menschen blendete und in den Abgrund führte. Der Film macht sichtbar, wie Lügen, Emotionen und Inszenierungen zur Massenverführung genutzt wurden – mit verheerenden Folgen: Krieg, Holocaust, Millionen Tote. Wie wirkt Propaganda? Und wie erkennen wir sie heute? Die Medienpädagogin Antje Bernhardt und die Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück Andrea Genest diskutieren mit den Schülerinnen und Schülern.
Die Handlung von „Führer und Verführer“ spannt einen Bogen von März 1938 bis Mai 1945. Im Jahr 1938 ist Joseph Goebbels auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Macht, die Zustimmung zur Politik Adolf Hitlers erreicht bis dahin nicht gekannte Ausmaße. Der Diktator marschiert nun entschlossen in Richtung Krieg. Doch die Propaganda hat das Thema Frieden stark strapaziert, so dass ein plötzliches Umsteuern so schnell nicht möglich ist. Goebbels Arbeit gerät in heftige Kritik seines Führers, er versucht alles, sein Ansehen wieder zu gewinnen und die Begeisterung der Bevölkerung für den Krieg anzuheizen. Er löst das Pogrom vom 9. November 1938 aus und plant die antisemitischen Filme JUD SÜSS und DER EWIGE JUDE, bei deren Realisierung Hitler bis ins Detail eingreift. Die mediale Mobilmachung kommt auf Touren, Propaganda-Kompanien werden gegründet. Insbesondere im Zusammenhang mit großen Massenveranstaltungen gelingt eine fast perfekte und kontrollierte Inszenierung. Den Höhepunkt bildet die bis ins Detail geplante Siegesparade nach der Kapitulation Frankreichs. Im Jahr 1941 ist Goebbels bei Hitler wieder obenauf. Mit dem „Russlandfeldzug“ beginnt für Hitler der Krieg nun erst richtig und die Massenmorde erreichen ihren Höhepunkt. Nach der Niederlage von Stalingrad holt Goebbels zum Gegenschlag aus, er ruft zum „totalen Krieg“ auf. Seine Sportpalast-Rede feiert er als sein Meisterstück der Propaganda. Immer wieder fordert er eine härtere Gangart und drängt seinen Führer, stärker in der Öffentlichkeit aufzutreten. Doch die Lage wird immer aussichtsloser. Spätestens Ende 1944 wird angesichts der katastrophalen Lage deutlich, dass Hitler keinen Alternativplan hat. Mit seiner Propaganda geht es Goebbels jetzt mehr und mehr darum, der Nachwelt sein Bild des Dritten Reiches zu hinterlassen. Dazu gehört auch der Untergang. Nach dem Selbstmord Hitlers vollzieht Goebbels mit dem Mord an seiner Familie und dem Selbstmord den radikalsten ihm noch möglichen Propaganda-Akt.
„Dieser Film zeigt sehr anschaulich, was Menschen Menschen antun können. Leider ist er hochaktuell und dadurch besonders wichtig. Durch die Stimmen der Shoah-Überlebenden wird der Film noch eindrucksvoller. Denn NIE WIEDER ist JETZT.“
Eva Szepesi, Jahrgang 1932, Holocaust-Überlebende