TOMORROW:jetzt

Sprachmaschinen. Eine Philosophie der Künstlichen Intelligenz

Podiumsgespräch zur Buchpremiere

Die Sprachmaschine denkt nicht, wenn sie spricht – sie zählt. Roberto Simanowski analysiert die Folgen der „Mathematisierung der Kommunikation“.

Roberto Simanowski, Vera Linß und Aljoscha Burchardt


Für die Philosophie gehört die Sprache zu den vornehmsten und wichtigsten Eigenschaften des Menschen: Sie ermöglicht es, eine ganze Welt zu erschließen, auch die intimsten Gedanken zu artikulieren, sich über Wertvorstellungen zu verständigen – und ist entscheidend für die besondere Freiheit und Souveränität, mit denen Menschen ihr Leben führen. Was aber geschieht, wenn wir uns von einer Sprachmaschine die Welt erklären, Werte vermitteln und das Denken abnehmen lassen? Der Medienphilosoph und Internetexperte Roberto Simanowski will es genauer wissen und begibt sich in seinem neuen Buch „Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz“ (C.H.Beck) auf die Suche nach den atemberaubenden Konsequenzen des großen Souveränitätstransfers, der gerade im Gange ist.

Jede Technik hat die Macht, ihren ahnungslosen Nutzern die eigene Logik aufzudrängen. Gewöhnen uns ChatGPT, Claude, Zwilling, Pi oder Gemini das Lesen, Schreiben und Denken ab? Überreden sie uns zu Ansichten, die wir gar nicht haben? Entmündigen sie uns gerade dadurch, dass sie uns so eifrig zu Diensten sind? Und sind sie vielleicht gerade deshalb so gefährlich, weil sie uns all das zu geben scheinen, was wir haben wollen? Roberto Simanowski geht mit Aljoscha Burchardt diesen und weiteren Fragen nach. Mit philosophischem Gespür und technologischer Expertise zeigen sie auf, wie die neue Technik die Situation des Menschen verändern wird. Vera Linß moderiert das Podiumsgespräch.

Roberto Simanowski, Kulturwissenschaftler und Medienphilosoph, lebt nach Professuren in den USA, Hongkong und der Schweiz in Berlin und Rio de Janeiro und forscht derzeit zu den kulturellen und sozialen Folgen künstlicher Intelligenz. Er war Gründer und Herausgeber des Online-Journals für digitale Kunst und Kultur dichtung-digital (1999-2014) und ist Autor von 15 Büchern über Kunst, Kultur und Politik der digitalen Medien. Sein Buch «Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz» wurde 2020 mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet.

Vera Linß ist Medienjournalistin bei Deutschlandradio Kultur und ARD-Hörfunk und schreibt für die Fachpresse. Seit 2007 moderiert sie die Sendung „Breitband – Medien und digitale Kultur“ im Deutschlandfunk Kultur, die sie auch redaktionell mitverantwortet. Nach ihrem Journalistik-Studium arbeitete sie als Hörfunk- und Fernsehjournalistin unter anderem für DT64, ORB-Fernsehen, Radio Brandenburg, MDR-Kultur und das Deutschlandradio.

Aljoscha Burchardt arbeitet als Principal Researcher, Research Fellow und stellvertretender Standortleiter am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Berlin. Er ist Experte für Sprachtechnologie und Künstliche Intelligenz. Außerdem ist er Senior Research Fellow des Weizenbaum-Institutes für die vernetzte Gesellschaft und Stellvertretender Vorsitzender der Berliner Wissenschaftlichen Gesellschaft. Aljoscha Burchardt war Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestages. Zudem ist er Co-Host des ARD-Podcasts „KI – und jetzt?“.

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Eintritt: 8 €, ermäßigt: 5 €, Mitglieder: 3 €

Foto: Roberto Simanowski (c) privat; Vera Linß (c) Jörg Wagner; Aljoscha Burchardt (c) privat