Im Zentrum der neuen Saison der Urania stehen Fragen der Identität(en)

Saisonausblick 2019/20

Wer will ich sein? Wer darf ich werden?

Die Suche nach der eigenen Identität ist zutiefst menschlich. Von der Geburt bis zum Tode suchen wir nach einem Sinn, den wir erkennen wollen - egal ob auf die eigene Person bezogen oder im Spiegel des Gegenübers, ob für die Gruppe, den Lebensraum, als Teil der Natur, als nationale oder supranationale Körperschaft. Bei dieser unendlichen Vielfalt der Ansätze und Fragestellungen, die oft weit über den eigenen Zeithorizont hinausgehen, ist es klar, dass es nicht eine einfache und von anderen Komplexen abgrenzbare Antwort geben kann. 

Die Urania Berlin ist der Ort, an dem wir uns diesem Phänomen in seinem Facettenreichtum zwischen Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft nähern können. Ich freue mich deshalb, dass wir uns gemeinsam auf die abenteuerliche und unendlich spannende Reise der Frage nach der Identität in der Saison 2019/2020 machen. Es ist wichtig, dass Sie dabei sind!

Gabriele Thöne
Vorstandsvorsitzende der Urania Berlin e. V.

In einer digitalisierten und zunehmend anonymen Gesellschaft sind Partizipation und Dialog gefragter denn je. Als unabhängige Plattform bietet die Urania Berlin ein Bürgerforum für demokratische Auseinandersetzungen: mit Zugang zu freiem Wissen und für produktive Auseinandersetzungen, bei denen das Publikum stets Teil der Diskussion und Lösungsfindung ist. Hier zeigen wir neue und diverse Perspektiven auf Themen wie Demokratie, Europa, Klimaschutz, Stadtentwicklung, Nachbarschaft, Geschlechterdiskurs und Identitäten auf. 

Im 21. Jahrhundert sind die Identitäten vieler Menschen fließend geworden. Zugleich werden wir wieder vermehrt Diskussionen über natürliche, nationale oder „gottgewollte“ Identitäten geführt: „Wer bin ich?“ Wir jedoch bieten Ihnen an, mit unserem Jahresthema 2019/2020 über dieses Spannungsfeld hinausdenken: „Wer darf ich sein? Wer will ich werden?“. Dazu lade ich Sie persönlich ein.

Ulrich Weigand
Direktor Urania Berlin

Interview mit François Jullien​ zum Jahresthema der Urania Berlin:
„Wer will ich sein? Wer darf ich werden?”

Der französische Philosoph François Jullien ist einer der meistübersetzten Denker unserer Zeit. Mit seinem 2017 auch auf Deutsch erschienenen Buch „Es gibt keine kulturelle Identität“ fordert er dazu auf, Vorstellungen von Eigenem und Fremdem zu überprüfen. Im Interview mit der Urania spricht Jullien über kulturelle Identität, die Macht der Sprache und warum er dem Begriff Heimat misstraut.

Persönliche Identität:

Mi, 25.9.2019, 20:00 Uhr
Die Reise unserer Gene. Eine Geschichte über uns und unsere Vorfahren
Prof. Johannes Krause, Thomas Trappe

Do, 26.9.2019, 18:00 Uhr
Dr. Sommer für alle. Was Patienten (noch immer) nicht zu fragen wagen
Dr. Yael Adler, Prof. Dr. Frank Sommer

Fr, 6.12.2019, 19:30 Uhr
Emotionen im Feld. Identitäten im Forschungsalltag
Prof. Katja Liebal, Prof. Thomas Stodulka, Prof. Oliver Lubrich​

 

Gesellschaftliche Identität:

Do, 12.9.2019, 16:00 Uhr
Die Polarisierung unserer Gesellschaft wächst... ...aber Hass und Vorurteile können überwunden werden!
Bastian Berbner

Fr, 13.9.2019, 19:30 Uhr
Die Lösung sind wir. Ein Bürgermeister in Sachsen kämpft für die Demokratie
Dirk Neubauer

Fr, 20.9.2019, 19:30 Uhr
Die Sensibilisierung der Gesellschaft. Spaltung oder Stärke?
Dr. Svenja Flaßpöhler, Prof. Andreas Reckwitz​

 

Historische Identität:

Mo, 16.9.2019, 20:00 Uhr
Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft
Prof. Dr. Steffen Mau, Prof. em. Dr. Herfried Münkler

So, 24.5.2020, 11:00 Uhr
Günter Grass. „Wir spülen und spülen, die Scheiße kommt dennoch hoch”
Vortrags-Filmreihe „Der Skandal als vorlauter Bote“ mit Hannes Heer

 

Politische Identität:

Di, 10.9.2019, 19:30 Uhr
Die Radikalisierungsmaschinen. Wie Extremisten Technologien nutzen und uns manipulieren
Julia Ebner

Di, 17.9.2019, 19:30 Uhr
Rechter Nationalismus und die offene Gesellschaft
Dr. Harald Lamprecht

Fr, 27.9.2019, 20:00 Uhr
Demokratie & Grundrechte in Zeiten von Hassreden & Morddrohungen
Dr. Hamed Abdel-Samad, Seyran Ateş, Ahmad Mansour