Geschichte der Urania

Die Urania - das erste Science Center der Welt

1888 wurde in Berlin das damals revolutionäre Projekt verwirklicht, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfindungen einem breiten Publikum vorzustellen. Das erste Science-Center der Welt entstand.

In allgemeinverständlichen Vorträgen aus allen Wissensgebieten, mit Experimenten und Vorführungen wurde die Vielfalt der Wissenschaft dem Besucher nahe gebracht - ein Konzept, das noch immer aktuell ist.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien der Öffentlichkeit zu präsentieren, ist dabei heute wichtiger denn je. Die zunehmend komplizierter werdenden Theorien und Techniken machen es immer schwerer, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verstehen. Aber auch die Wirkungen und Anwendungen dieses Wissens haben sehr an Bedeutung gewonnen. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten der Begegnung von Wissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit zu schaffen, bei denen Forschungsergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert werden können.

Dies bietet die Urania - aktuelles Wissen aus erster Hand, verständlich vorgetragen, durch zeitgemäße Medien unterstützt. Deshalb finden sich unter den Referenten der Urania viele berühmte Namen, Nobelpreisträger und führende Politiker, herausragende Entdecker und bedeutende Künstler. Das heutige Gebäude der Berliner Urania in Schöneberg, unweit des Wittenbergplatzes, ist seit 1962 der Sitz des Vereins.

Der Impuls zur Gründung der Urania ging von Alexander von Humboldt aus. In seinen berühmten „Kosmos-Vorlesungen“ an der Singakademie (1827/28) bot Humboldt ein umfassendes Bild der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse seiner Zeit und ergänzte damit das Konzept der Volks- und Persönlichkeitsbildung seines Bruders Wilhelm. Das war ihm dank seiner Prominenz möglich, denn unter seinen Zuhörern saßen buchstäblich Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer und Bettelmann. Und es war Humboldt, der die Öffnung der 1835 neu errichteten Königlichen Sternwarte für die Öffentlichkeit einforderte.

Gründerväter der Urania sind die Astronomen Wilhelm Foerster, ein Schüler von Humboldt, und Wilhelm Meyer - mit der Unterstützung von Werner von Siemens, der ihr die Form einer Aktiengesellschaft gab. Wilhelm Foerster, der Direktor der damaligen Universitätssternwarte von Berlin, entwickelte schon früh ganz im Sinne Alexander von Humboldts den Gedanken, in Berlin eine Einrichtung zu schaffen, die nur dem Vermitteln von Fachwissen an ein Laienpublikum dienen sollte. Ein willkommener Anlass, diese Bemühungen zu intensivieren, war der Umzug des Astronomen Max Wilhelm Meyer nach Berlin.

Dieser hatte in Wien schon in dieser Richtung gewirkt und unter anderem ein „Naturwissenschaftliches Theaterstück“ mit dem Titel Bilder aus der Sternenwelt aufgeführt. Die Gründung der Einrichtung war auch ganz im Sinne Meyers und durch das Ansehen und den Einfluss Wilhelm Foersters konnten prominente Geldgeber gewonnen werden. In der Folge konnte dann schon 1888 die Urania gegründet werden, die nach der Muse der Astronomie benannt wurde. Neben einem Theatergebäude und einem physikalischen Kabinett gehörte auch eine Sternwarte zu den Errungenschaften der Gesellschaft. In dem ursprünglichen Gebäude in der Invalidenstraße entstand eine Einrichtung, die als Kombination einer öffentlichen Sternwarte, eines wissenschaftlichen Museums und eines experimentellen „Wissenschaftlichen Theaters“ einzigartig war und weit über Deutschland hinaus berühmt wurde. Die Urania wurde zu einem Mittelpunkt des öffentlichen Lebens, an dem spektakuläre Versuche, wie zum Beispiel die Vorführung der Röntgen-Strahlen, und einmalige Berichte weltberühmter Forscher,  von Amundsen über Edison bis hin zu Hertz und Wegener, einander ergänzten.

Nach einer schwierigen Phase - über zwei Weltkriege und die Wirtschaftskrise der 20er Jahre hinweg - wurde die Urania 1953 als eingetragener Verein neu begründet. In den folgenden Jahrzehnten  wurde das Angebot durch Lesungen berühmter Literaten wie Heinrich Böll, Max Frisch und Günter Grass erweitert.

Heute ist die Urania eine Bildungseinrichtung, die jährlich nahezu eintausend eigene Veranstaltungen zu allen Themen wissenschaftlicher und kultureller Bildung in den Verschiedensten Formaten anbietet vom Vortrag über Bühne und Kino bis zum Science Slam. Wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Technologien der Öffentlichkeit zu präsentieren ist dabei heute wichtiger denn je. Die zunehmend komplizierter werdenden Theorien und Techniken machen es immer schwerer, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu verstehen. Aber auch die Wirkungen und Anwendungen dieses Wissens haben sehr an Bedeutung gewonnen. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten der Begegnung von Wissenschaftlern und einer interessierten Öffentlichkeit zu schaffen, bei denen Forschungsergebnisse nicht nur vorgestellt, sondern auch diskutiert werden können. Dies bietet die Urania – aktuelles Wissen aus erster Hand, verständlich vorgetragen, durch zeitgemäße Medien unterstützt.

Die Urania Berlin ist heute wie zur Zeit ihrer Gründung ausschließlich von den Berlinern und ihrem Interesse an neuem Wissen getragen. Der gemeinnützige Verein Urania  ist eine nicht öffentlich geförderte Einrichtung und finanziert sich aus Eintrittsgeldern, Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Eine wesentliche Finanzierungsquelle ist die Vermietung der Räumlichkeiten. Die Urania ist so der Ort führ mehr als vierhundert Gastveranstaltungen im Jahr. Jedes Jahr kommen mehr als 200.000 Besucher in die Urania.