Wahrheit in Corona-Zeiten

Essay
Dieter B. Herrmann

Wissenschaft strebt nach der Wahrheit. Sie will herausfinden, wie die Dinge wirklich sind. Kann sie das? Nicht absolut.

Zu Lebzeiten von Aristoteles galt es als eine Wahrheit, dass schwere Körper ihrem natürlichen Ort zustreben, der Weltmitte. Da alle schweren Körper in Richtung Erdmittelpunkt fallen, musste dieser in der Weltmitte liegen. Das passte gut, denn es war gleichsam die physikalische Begründung für das geozentrische Weltsystem. Hätte man damals schon zum Mond fliegen können, wäre das Erstaunen groß gewesen. Ein schwerer Körper, den man dort fallen lässt, bewegt sich nämlich keineswegs stracks in Richtung Erde, sondern landet auf dem Mond.

Ein kluger Mensch hat einmal gesagt, wenn wissenschaftliche Hypothesen menschliche Interessen berühren würden, schlügen sich die Menschen dafür die Köpfe ein. Das trifft auf die meisten Hypothesen jedoch nicht zu. Verzwickte mathematische Rätsel, die jahrhundertelang nicht gelöst werden konnten, haben die Massen noch niemals zu Demonstrationen auf die Straße getrieben. Zwar mögen einige die Behauptung eines genialen Mathematikers vielleicht interessant finden, aber selbst diese Minderheit muss sich eingestehen: mit dem täglichen Leben der meisten Menschen hat die spannende Hypothese herzlich wenig zu tun. Doch jetzt, in der Corona-Krise, wird jede beliebige Nachrichtensendung quasi zum Wissenschaftsmagazin. Tatsächlich treten ununterbrochen Wissenschaftler vor die Kameras, nur eben keine Mathematiker, sondern Virologen. Von Mathematik verstehen die meisten Menschen wenig, von Virologie allerdings ebenso. Doch genau über die Aussagen der Virologen urteilen wir – täglich. Wissenschaft ist aber Wissenschaft und entwickelt sich im Meinungsstreit der Experten. Letztlich muss alles bewiesen werden. An den meisten Entwicklungen wissenschaftlicher Erkenntnis nimmt die Öffentlichkeit jedoch kaum teil. Ehe eine Aussage als „wahr“ akzeptiert werden kann, vergehen mitunter Jahre oder Jahrzehnte. Vorher waren ganz unterschiedliche Hypothesen, Theorien und Ansichten im Umlauf, die kaum interessiert haben, außer jene Wissenschaftler, die daran direkt beteiligt waren. Wenn nun Virologen täglich gezwungen sind, nicht nur die neuesten Fakten, sondern auch ihre Ansichten und Vermutungen in den Massenmedien bekanntzugeben, kann es nicht ausbleiben, dass bei vielen Konsumenten dieser Aussagen Irritationen entstehen. Je nach der zur Verfügung stehenden Datenbasis ergeben sich nämlich unterschiedliche Resultate. Das ist ganz normale Wissenschaft auf dem Weg zur Wahrheit. Nur die Rezeption ist eine ganz andere: „Ja, was denn nun“, fragt sich der normale Fernsehzuschauer oder Leser, „entwickelt man nach einer Corona-Infektion eine Immunität, sind infizierte Kinder ebenso ansteckend, wie infizierte Erwachsene, sind Masken tatsächlich ein Schutz, ist der Reproduktionsfaktor die entscheidende Kennziffer, werden die Viren auch durch Schwebeteilchen übertragen, sind die vermeldeten Todeszahlen realistisch?“ Wenn sich dann auch noch die Virologen selbst in die Haare kriegen (ebenfalls ganz normale Wissenschaft), dann kommen viele zu dem Schluss: Die wissen ja selbst nicht Bescheid, wollen aber die Politiker beraten.

Dabei ist die Situation eigentlich ganz einfach: Ein neuartiges Virus ist aufgetaucht, über das wir nur Schritt für Schritt etwas in Erfahrung bringen können. Doch die meisten Konsumenten der Äußerungen von Virologen denken, dass sie von ihnen die „Wahrheit“ erfahren, die aber noch gar nicht zur Verfügung steht. Hat uns Einstein immer die Wahrheit übermittelt? Einer der bedeutendsten Physiker und Denker aller Zeiten war viel zu demütig, um zu behaupten, er wäre ein Sachwalter der Wahrheit. „Wer auf dem Gebiet der Wahrheit als Autorität auftreten will, scheitert am Gelächter der Götter“, hat er einmal gesagt. Nach der Veröffentlichung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie 1915 entwickelte er daraus das Modell eines geschlossenen statischen Universums. Dann entdeckte der sowjetischen Mathematiker Alexander Friedmann, dass nach Einsteins Gleichungen auch ein auseinanderfliegendes, ein expandierendes, also zeitlich veränderliches Universum denkbar wäre. Zunächst hielt Einstein das für einen Rechenfehler Friedmanns. Dann musste er ihm rechtgeben, meinte aber trotzdem, dass einem expandierenden Weltall kaum eine physikalische Bedeutung zuzuschreiben sein dürfte. Jahre später fand auch der belgische Kosmologe George Lemaître ein expandierendes Universum. Einstein äußerte sich auch diesmal: „Ihre Berechnungen sind korrekt, aber ihr Verständnis für Physik ist abscheulich“. Das war 1927. Schon zwei Jahre später entdeckte Hubble anhand von Beobachtungen mit dem damals größten Spiegelteleskop der Erde in Kalifornien jedoch, dass die Galaxien sich tatsächlich alle voneinander entfernen und zwar – genau, wie es Lemaître berechnet hatte – mit umso größerer Geschwindigkeit, je weiter entfernt sie waren. Einstein musste sich geschlagen geben.

Ähnliche Beispiele findet man in allen Zeitepochen der Wissenschaftsgeschichte. Daran sollten wir immer denken, wenn wir die Neigung verspüren, unsere eigene Ansicht zu den Aussagen eines Virologen in die Waagschale zu werfen, obschon wir doch davon im Grunde gar nichts verstehen.

Im Übrigen gab es auch schon Meldungen über das Virus, die selbst einem Astronomen wie mir Lust machen konnten sich in die Debatte einzumischen. Da hieß es nämlich plötzlich, das Virus sei aus dem Weltall auf die Erde gekommen, an „Bord“ eines Meteoriten. Tatsächlich stürzen täglich rund 100 Tonnen meteoritischer Materie auf die Erdoberfläche: Andererseits hat man selbst bei auf der Erde gelandeten Meteoriten, die also den Flug durch die Erdatmosphäre bereits überstanden hatten, schon präbiotische Moleküle gefunden. Warum also nicht auch Viren? Dann lese ich den Wikipedia-Eintrag über „Panspermie“, einer Hypothese, die behauptet, das gesamte irdische Leben sei aus dem Weltall auf die Erde getragen worden. Der Beitrag ist ziemlich umfangreich. Doch das Fazit ist umso kürzer: wieder einmal „ganz normale Wissenschaft“. Auch über die Panspermie-Hypothese gibt es einander widersprechende Meinungen über Jahrhunderte hinweg mit Pro und Contra. Die gegenwärtige Vorzugsmeinung lautet aber: eher unwahrscheinlich. Ob es dabei bleibt, wird man sehen. Bei Covid-19 hingegen können wir ziemlich sicher sein. Allein die Genom-Analysen von Covid-19 lassen darauf schließen, dass wir es nicht mit einem primitiven „Alien“, sondern mit einem echten neu entstandenen Mitbewohner unseres Planeten zu tun haben.

Die unausweichliche Tragik moralischer Kompromisse. Warum wir nicht mit guten Gewissen aus der aktuellen Lage herauskommen.

Essay
Véronique Zanetti

Sind Kompromisse in der Moral tabu?

Immer lauter werden die Stimmen aus Politik und Wirtschaft, die davor warnen, dem Kampf gegen das Corona-Virus jede andere Rücksicht zu opfern. Es drohe ein Kollaps der Wirtschaft und eine Periodisierung der Pandemie-Wellen, hinter der andere notwendige medizinische Eingriffe ins Hintertreffen gerieten, ja, wegen der sozialen Isolation, eine Zunahme gesellschaftlicher Spannungen, die am Ende noch mehr Menschenleben kosten werde als das Virus selbst. Auf der anderen Seite wissen wir, dass eine Lockerung der Maßnahmen zu einem rapiden Anstieg der Covid-19-Erkrankungen führen und das Gesundheitswesen in Deutschland innerhalb kurzer Zeit mit Schreckensszenarien wie in Italien überziehen würde, wo ältere und vorerkrankte Patienten von immer knapper werdenden Beatmungsgeräten abgehängt werden.

Sowohl innerhalb der Medizin als zwischen den verschiedenen Kräften der Gesellschaft entstehen dilemmatische Situationen. Das sind solche, in denen Konflikte zwischen moralischen Prinzipien unlösbar werden: Egal was man tut, man macht schließlich etwas Falsches.

Die Erde regenerieren

Artikel
Ute Scheub

Aufbauende Landwirtschaft hat das Potenzial, die Klimakrise auf ein verträgliches Maß zu bringen und die Welternährung zu sichern 

 

Klimarettung könnte so einfach sein: In der Luft gibt es in Form von Kohlendioxid zu viel Kohlenstoff und im Boden zu wenig – also geht es darum, ihn in die Erde zurückzubringen. Das hätte auch den Dürresommer 2018 weniger katastrophal ausfallen lassen. In den letzten 100 Jahren verloren die globalen Böden massiv Humus, der vor allem aus abgestorbenen Organismen und organischem Kohlenstoff besteht.

Agroindustrielle Techniken wie tiefes Pflügen, Chemiedünger und Pestizide führen dazu, dass Bodenleben stirbt und Kohlenstoff freigesetzt wird, der an der Luft zu CO2 oxidiert. Früher lag der natürliche Humusanteil noch bei 5 bis 10 Prozent, heute meist nur noch bei 1 bis 2 – beinahe schon „Wüstenböden“ nach der Einstufung der Welternährungsorganisation FAO.

Das Klima und Corona – welche Zusammenhänge gibt es?

Interview

Prof. Dr. Uwe Ulbrich, FU Berlin im Gespräch mit Cornelia Jentzsch, Programmleiterin der Urania

Prof. Dr. Uwe Ulbrich arbeitet am Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin. Er ist Leiter der AG Klimadiagnostik und meteorologische Extremereignisse sowie Dekan des Fachbereichs Geowissenschaften.

 

URANIA:              An welcher Schnittstelle haben ein kleiner, mit bloßem Auge nicht sichtbarer Virus und das weltweite Wetter- und Klimageschehen miteinander zu tun?

ULBRICH:           Es gibt tatsächlich potentielle und klar erkennbare Schnittstellen. Als erstes fragt man sich natürlich, wie sich das Wetter auf das Virus und seine Verbreitung selbst auswirkt. Darüber ist nach meinem Kenntnisstand noch zu wenig bekannt. Die typischen Grippewellen treten jeweils im Winter auf. Das hängt unter anderem mit der Empfindlichkeit der entsprechenden Viren gegenüber Sommerwetter zusammen. Dazu können noch Faktoren wie eine jahreszeitlich unterschiedlich ausgeprägte Resistenz des menschlichen Körpers gegen die Infektion und die unterschiedliche Häufigkeit von Übertragungssituationen kommen. Für das Coronavirus weiß man allerdings, dass es auch in heißen Klimaten zu Infektionen geführt hat. Trotzdem gibt es die Hoffnung, dass die Infektionszahlen auch für dieses Virus im Sommer zurückgehen. Dies schließt keineswegs aus, dass die Verbreitung dann zum Winter hin wieder zunimmt.

Der Effekt des Virus auf das Wetter ist dagegen weniger relevant. Einerseits gehen als Folge der Wirkung der Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft die Emissionen von Schadstoffen und Treibhausgasen zurück, was eine gewisse (wenn auch kleine) positive Wirkung hinsichtlich des Klimawandels hat. Andererseits nimmt die Zahl der Beobachtungen des aktuellen Wetterzustands wegen der geringeren Zahl an Wettermeldungen der Flugzeuge ab. Dies kann unser Wissen über den aktuellen Zustand des Wetters etwas einschränken, und daher letztlich Wettervorhersagen ein klein wenig verschlechtern. Allerdings stehen die weitaus meisten Daten weiterhin zur Verfügung, insbesondere solche von Satelliten, Wetterballons und Bodenstationen. Somit sollte die Wirkung auf die Wettervorhersagen klein sein.

Nachruf Rüdiger Nehberg

Porträt

Wir trauern um unseren langjährigen Referenten Rüdiger Nehberg (+1.4.2020). Seine Fans folgten seinem aufregenden Leben, das er dem Publikum immer wieder eindrucksvoll vermitteln konnte, dicht gepackt mit Erlebnissen seiner zahlreichen Expeditionen. Immer wieder kam der Abenteurer und Menschenrechtsaktivist nach Berlin und in die Urania, um über seine Arbeit zu berichten.

 

Das Virus, die Menschen und das Leben

Artikel
Dr. Ellis Huber

Das Coronavirus im Vergleich zur alltäglichen Gesundheitsversorgung

1. Die Situation in Deutschland
Das alltägliche Sterben

Jeden Tag sterben in Deutschland etwa 2.500 Menschen, davon 930 Personen durch Herz- Kreislauferkrankungen, 650 durch Krebs und 190 an Krankheiten des Atmungssystems. Von Dezember bis März, also in den kalten Jahreszeiten sind es durchschnittlich etwas mehr Todesfälle, im Sommer weniger.

Ausgelöst durch Bakterien und Viren erkranken täglich 1.500 bis 1.900 Menschen an einer Lungenentzündung. Die Diagnose lautet: Pneumonie. Etwa 800 betroffene Patienten kommen damit in ein Krankenhaus und für 80 Personen endet die Krankheit tödlich: An Lungenentzündung sterben also in Deutschland jährlich 30.000 Bürgerinnen und Bürger. Auch die Tuberkulose ist nicht verschwunden. Jährlich erkranken daran 5.000 bis 6.000 Menschen und 2018 starben dadurch 129 Patienten vornehmlich im hohen Alter. Mit HIV sind etwa 90.000 Personen infiziert, jährlich kommen 2.500 dazu und in 2018 starben daran etwa 450 Menschen. Mit diesen Zahlen oder besser Patientenschicksalen geht die Medizin täglich routiniert und, soweit sie es kann, auch heilsam um.

 

Die Welt nach Corona

Essay
Matthias Horx

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist.

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn „vorbei sein wird”, und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert. Wir nennen sie Bifurkationen. Oder Tiefenkrisen. Diese Zeiten sind jetzt.

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können. Dafür möchte ich Ihnen eine Übung anbieten, mit der wir in Visionsprozessen bei Unternehmen gute Erfahrungen gemacht haben. Wir nennen sie die RE-Gnose. Im Gegensatz zur PRO-Gnose schauen wir mit dieser Technik nicht »in die Zukunft«. Sondern von der Zukunft aus ZURÜCK ins Heute. Klingt verrückt? Versuchen wir es einmal:

Das effiziente Ich

Essay
Prof. Dr. Oliver Fohrmann

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin forderte einmal, dass die politischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedingungen einer Gesellschaft so gestaltet sein müssten, dass Menschen Autoren ihres Lebens sein könnten. Dann könne man von einer humanen Gesellschaft sprechen, in die die ökonomische Praxis lediglich eingebettet sei. 

Ich möchte Künstler werden! Exemplarische Berufswunscherfüllung vor 500 Jahren

Artikel
Thomas R. Hoffmann

Wenn heute ein Jugendlicher seinen Eltern den hehren Wunsch offenbart, Künstler werden zu wollen, wird dies wohl nicht in jeder Familie mit Freudenbekundung quittiert. Auch noch im 21. Jahrhundert wird beständig das schlagende Argument der brotlosen Kunst ins Feld geführt. Doch wie sah selbstbestimmtes Handeln eines Jugendlichen vor 500 Jahren aus? Zu Zeiten, in denen die bildenden Künste noch nicht einmal zu den sieben freien Künsten zählten sondern lediglich als Handwerk betrachtet wurden. Exemplarische Fallbeispiele, die sich vor rund einem halben Jahrtausend abspielten, sollen in dieser Reihe vor Augen führen, wie ein edel geäußertes Verlangen, Künstler werden zu wollen, Ruhm und Ehre bis in unsere Tage nach sich ziehen konnte. ​

Expedition Ocean Change

Reportage
Arved Fuchs

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Die Ursachen dafür sind eindeutig und bekannt. Neben natürlichen Klimaschwankungen ist der Mensch der Hauptverursacher. Ein „Weiter wie bisher“ ist im Sinne der Generationsgerechtigkeit unverantwortlich. Daher ist es an der Zeit, Lösungsansätze aufzuzeigen.

Wahlmanipulation in sozialen Netzwerken

Artikel
Prof. Dr. Ulrike Klinger

Längst vergangen sind die Zeiten, in denen Politik als langweilig galt und das Gespenst einer Politikverdrossenheit umging. Das Brexit-Referendum, die Wahl von Trump, des ukrainischen Präsidenten Selenskyi und andere überraschende Wendungen haben gezeigt, dass bei Wahlen alles, wirklich alles passieren kann. Die Schuld dafür wird dann schnell bei den „Sozialen Medien“ gesucht. Ist es wirklich so einfach? 

Der Vielfalt eine Heimat geben

Interview
Michael Müller, Ramona Pop, Klaus Lederer (im Gespräch mit Nicolas Flessa)

Kaum eine Stadt besteht aus so vielen unterschiedlichen Menschen und Geschichten. Jeden Tag entstehen neue Initiativen, Gemeinden, politische und soziale Strömungen und Kulturen. Es heißt, dass in Berlin jeder, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Religion, seinen Platz findet. Doch wie geht die Stadt mit ihrer vielseitigen und bunten Identität um? Nicolas Flessa hat sich dazu gleich mit drei Bürgermeister*innen von Berlin unterhalten.

In Israel ist nach der Wahl vor der Wahl

Artikel
Tristan Fiedler

Nachdem Koalitionsverhandlungen im April gescheitert sind, gibt es in Israel diese Woche zum zweiten Mal Neuwahlen. In den Umfragen zeichnet sich abermals eine politische Pattsituation ab und Premierminister Benjamin "Bibi" Netanjahu sucht verzweifelt nach neuen Koalitionsmöglichkeiten. Denn das politische Koordinatensystem in Israel hat sich verschoben und bei den wahlkampfbestimmenden Fragen greifen die alten Rechts-Links Schemata nicht mehr.

Wer will ich sein? Wer darf ich werden?

Interview
François Jullien (im Gespräch mit Andrea Brandis)

Der französische Philosoph François Jullien ist einer der meistübersetzten Denker unserer Zeit. Mit seinem 2017 auch auf Deutsch erschienenen Buch „Es gibt keine kulturelle Identität“ fordert er dazu auf, Vorstellungen von Eigenem und Fremdem zu überprüfen. Im Interview mit der Urania spricht Jullien über kulturelle Identität, die Macht der Sprache und warum er dem Begriff Heimat misstraut.

Ein klarer Fall von E-Immobilität

Artikel
Nicolas Flessa

Berlin hat einen neuen Trend: E-Mobilität. Und wie es sich für eine Stadt gehört, die zu 86% aus Mietwohnungen besteht, gilt auch hier: Benutzungsgebühr schlägt Kauf. Doch das geht nicht nur ins Geld, sondern gelegentlich auch auf die Nerven.

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